So entwickelten wir uns...  

 

Aus unserer Chronik

Im Frühjahr 1966 sprach der Vollblutmusiker Hermann-Josef Schüller aus Hochneukirch einige Jungsänger im Kath. Kirchenchor St. Cäcilia der Pfarre St. Pantaleon Hochneukirch an, ob nicht Interesse bestehe, ein Blasmusikinstrument zu erlernen.

Er kaufte aus nah und fern gebrauchte Blasinstrumente, und schon begann man Tag für Tag mit intensiven Proben.

Nach einigen Monaten erklangen die ersten Lieder und Choräle.

Im November 1966 waren die Jungmusiker soweit, dass die ersten St. Martinszüge in Grevenbroich-Allrath und Hochneukirch musikalisch begleitet werden konnten.

Es wurde sonntags morgens reihum und mittwochs abends im Pfarrheim St. Pantaleon zu Hochneukirch geprobt.

Dem damaligen Pfarrer Hr. Kursawa gefiel das alles so gut, dass er die jungen Musiker ansprach und bat, auf dem Frohnleichnamsfest 1967 in Hochneukirch zu spielen.

Ab dem frühen Frühjahr wurden dann noch zusätzlich sonntags morgens ab 7:00 Uhr auf dem Feldweg nach Borschemich die Kirchenlieder im Gehen geprobt, was sich anfänglich als nicht so einfach gestaltete.

Die Anzahl der Jungmusiker war mittlerweile erfreulich gewachsen, so dass am 05. Juni 1967 im Gasthaus Plum bei Gerd und Martha Reuter der Musikverein Hochneukirch von 15 aktiven Musikfreunden ins Leben gerufen werden konnte.

Im Original der Gründungsstatuten wird hervorgehoben, dass Zweck des Vereins „die Pflege der Blasmusik zum Vergnügen der Mitglieder und durch dieses Tun den Menschen Vergnügen zu bereiten“ ist. Die hierzu erforderlichen intensiven Proben und Ausbildungsarbeiten wurden durch die damaligen Mitglieder Hermann-Josef Schüller und Günter Rüttgers durchgeführt.

Dann fand nach erfolgreichem Fronleichnamsfest, der erste Auftritt außerhalb von Hochneukirch statt und zwar in der Grevenbroicher Erftwerkssiedlung, der heutigen Südstadt von Grevenbroich. Da die Musiker noch keine eigene Uniform hatten, wurde diese beim VI. Jägerzug des Heimatvereins erst mal ausgeliehen.

Nach weiteren kleineren Auftritten und Ständchen stellte sich der Musikverein in einer neu erworbenen Uniform den Musikfreunden von Hochneukirch und Umgebung zum ersten Platzkonzert am 01.Mai 1968 offiziell vor. Dank intensiver Vorbereitung sowie dem persönlichen Idealismus und

Opfersinn eines jeden aktiven Mitgliedes konnte bei diesem Konzert bereits ein nachhaltiger Publikumserfolg verzeichnet werden.

Dies war für den Musikverein Motivation genug, aufgrund des Gelingens des ersten öffentlichen Konzertes die musikalische Arbeit fortzusetzen.

Mittlerweile nahm der Musikverein bereits seit einigen Jahren am weit über die Grenzen hinaus bekannten Blumenkorso in Mönchengladbach-Rheydt teil. Am 12. Sept. 1972 erfolgte hierzu eine Verpflichtung an der international besetzten Schlussveranstaltung des Blumenkorsos im Rheydter Stadion. 

Höhepunkt des Jahres 1973 war für den jungen Verein zweifellos die erfolgreiche Teilnahme am internationalen Musik-und Trachtenfest in Meran/Südtirol.

Das zur Tradition gewordene Maikonzert konnte 1974, nachdem es in den vergangenen Jahren als Platzkonzert unter Witterungseinflüssen litt, dank großzügiger Unterstützung des Rates der damals noch eigenständigen Gemeinde Hochneukirch in der neu erbauten, jedoch noch nicht endgültig nutzbaren Mehrzweckhalle - der heutigen Peter-Bamm-Halle - durchgeführt werden. Eine vollbesetzte Halle belohnte die Musikver für die intensive und erfolgreiche Winterarbeit. Hier wurden zum ersten mal Melodien aus dem Egerland mit Gesang aufgeführt. Die Egerländersolisten waren Wilfried Lieven (Posaune) und Manfred Scharfhausen (Flügelhorn) - beide auch heute noch aktiv im Verein.  

Am 05. Oktober 1975 nahm der Musikverein in Gala-Uniform  

("Fliege statt Krawatte" ) an der offiziellen Einweihung der Peter-Bamm-Halle teil.

 

Die Highlights  des Jahres 1976 waren zweifellos die 3-tägige Fahrt vom 16. bis 18. Oktober nach Paris sowie das erste Wunschkonzert mit anschl. Tanzmusik im Big Band Stil am 13. November 1976 in der ausverkauften Peter-Bamm-Halle.

 

Vom 27. November 1977 bis Ende 2004 konnte der Musikverein jeden Mittwoch in der Peter-Bamm-Halle kostenlos von 19:30 – 22:00 Uhr seine Probenarbeit durchführen.

Sein Rundfunkdebüt gab der Musikverein am 27. Januar 1977, als in der Peter-Bamm-Halle die karnevalistische Hitparade ausgetragen und vom WDR aufgezeichnet wurde.

Am 23. und 24. April 1977 feierte der Musikverein sein 10jähriges Bestehen mit einem „Festival der Musik„ im Riesen-Hallenzelt auf dem Marktplatz in Hochneukirch.

Mittlerweile war der Musikverein auf allen großen Schützen-festen in Nah und Fern vertreten.

Nach 10jähriger Dirigententätigkeit legte Günter Rüttgers am 31. Dezember 1977 den Taktstock in die Hände von Paul Reinartz, der heute noch seine Liebe zur Blasmusik auf Posaune und Tenorhorn jedes Mal auf Neue beweist. 

 

Neben dem normalen Jahresablauf bleibt zu erwähnen, dass der Musikverein am 16. u. 17. Juni 1978 die Vertreter der Gemeinde Jüchen zur vorgesehenen Partnerstadt Leers in Frankreich begleitete und dort aufspielte. Besuche in Leers / Frankreich - zusammen mit der Gemeinde - erfolgten im Laufe der nächsten Jahre noch einige Male.

 

Im Jahr 1980 spielte der Musikverein erstmals auf dem drittgrößten Schützenfest am Niederrhein - nach Neuss und Korschenbroich -  in Willich im Kreis Viersen auf. Auch heute noch ist der Musikverein seitdem dort ununterbrochen verpflichtet.

Am 28. Februar 1981 übernahm der Musikverein den musikalischen Teil der Karnevalssitzung des Heimatvereins, sowie die sich anschließende Tanzmusik.

Am 26. Mai des selben Jahres beteiligte sich auch der Musikverein an der Aufnahme einer Langspielplatte, die durch die Gemeinde Jüchen initiiert wurde.  Leider schaffte die Platte, die musikalische Aufnahmen von musikschaffenden Vereinen und Chören der Gemeinde Jüchen beinhaltete, leider nicht den Sprung in die Charts.

 

Ende 1985 übergab Paul Reinartz aus beruflichen Gründen sein Dirigat an Christoph Trexler, einen Berufsmusiker aus Mönchengladbach, ab.

Im Jahr 1986 gestaltete der Musikverein erstmals ein komplettes Schützenfest über vier Tage mit vollem Programm in Butzheim/Nettesheim in der Gemeinde Rommerskirchen.

 

Am 12. November 1987 übernahm dann wieder Paul Reinartz das Amt des Dirigenten.

 

So vergingen die Jahre.

 

Im Jahr 1992 feierte der Musikverein sein 25-jähriges Bestehen und stellte mit seinem 1. Vorsitzenden Wilfried Lieven und seiner Helga das Schützenkönigspaar des Heimatvereins Hochneukirch für die Schützenfestsaison 1992/1993. Das Jubiläumskonzert 1992 stand unter dem Dirigat von Heinz Tschepe aus Schelsen, der als musikalischer Leiter auch die Probenarbeit in dieser Zeit innehatte.  

 

Anfang 1998 übernahm Zdenek Bezusek - ein begnadeter Berufsmusiker und Tonmeister - die wöchentliche  

Probenarbeit bis zum heutigen Tage.  

Im November 2003 wurde vom Musikverein ein Benefizkonzert für die Hochwasserkatastrophe in Grimma in den neuen Bundesländern mit gestaltet. Ebenfalls dabei waren die  Jägerkapelle Hochneukirch und das Bundesschützen-Tambourcorps 06 Hochneukirch. Beide in Hochneukirch ansässigen Vereine sind dem Musikverein nach wie vor  freundschaftlich verbunden. Die Veranstaltung, deren Erlös an die Opfer der Flutkatastrophe in Grimma ging, wurde unter hoher Anteilnahme der Bevölkerung sehr erfolgreich durchgeführt.

 

Im Jahr 2004 erfolgte eine erfolgreiche Tournee nach Oberbayern. Auf Initiative eines Gustorfer Schützenzuges spielten wir in Schongau/Bayern gemeinsam mit dem befreundeten Tambourcorps "Sandhasen" Neuenhausen eine zackige Parade, sehr zum Erstaunen der sonst eher gemächlich marschierenden Bayern. Die Presse in Bayern schrieb wohlwollend, obwohl preussisch marschiert wurde :-)   

 

Im Frühjahr 2005 beteiligte sich der Musikverein an der Aktion  „Alle helfen Heinz“ und zeichneten musikalisch mit anderen Kapellen verantwortlich.

 

Bis heute sind noch Wilfried Lieven, Josef Michels und Manfred Scharfhausen als Gründungsmitglieder aktiv als Musiker im Verein.  

Wir bedauern an dieser Stelle sehr, dass wir unser Gründungsmitglied Willi Esser aus Hochneukirch, der bis zuletzt aktiver Musiker war und sich immer für die Belange des Vereins eingesetzt hatte, am 03.November 2012 für immer verloren haben.  

 

Hochneukirch, im Februar 2016